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Die Wacht am Rhein

Dieselknechte übernehmen die Wacht am Rhein

Adenauer, langer Eugen, Telekom. Viel mehr ist dem Colonel bis vor kurzem zum Thema Bonn nicht gerade eingefallen. So Mancher wird sich auch noch an Zeiten der Bundeshauptstadt am Rhein erinnern, was einem ja aus heutiger Sicht beinahe wie aus einer lange vergangenen Epoche vorkommen mag. Gefühlt ungefähr so weit entfernt, etwa wie die Bronzezeit oder die Hochzeit von Lady Di und Prinz Charles.

Das es in Bonn aber zumindest ein Lokal gibt, das man wahrscheinlich in unserer jetzigen Metropole der Republik vergeblich suchen wird, war dem Colonel komplett neu. Das „BLA“ (BonnerLärmAnstalt) hat alles, was die gute Musikgastronomie so braucht. Verkehrtechnisch äußerst günstig gelegen, und daher wahrscheinlich selbst vom verpeiltesten Kiffbruder vom Hauptbahnhof und mit dem KFZ bestens zu erreichen, blickt der Laden bereits auf 25 Jahre durchgehenden Betrieb zurück. Hier wird nicht nur Country und Bluegrass geboten, wie am Abend des 24.01.09 auf dem „Bonn Stomp“, sondern ziemlich alles, was das alternative Musikspektrum so hergibt. Auch die Einrichtung und Gestaltung des Ladens ist als wirklich gelungen zu bezeichnen, und das bei Preisen, die keinesfalls als Halsabschneiderei durchgehen.

Auch die jungen Leute hinter der Theke verstanden ihr Handwerk, wobei die Damen unter ihnen auch noch selbst dem Colonel einen zweiten Blick abnötigten, den er bekanntlich sonst nie von der Band richtet. Abgesehen einmal von Toilettengängen oder beim Lesen von Waffenmagazinen.

Tagesbefehl für die Söhne des Nutzfahrzeugmotors war die Beschallung des Bonner Publikums, zusammen mit den Galgenvögeln von „Hack Mack Jackson“. Das „BLA“ war schon sehr früh bestens gefüllt, wobei sich das Publikum eher aus älteren Semestern zusammensetzte. Keinesfalls zu verwechseln aber mit den grausamen Alibi-Countryveranstaltugen, bei denen irgendwelche Frührentner mit Fransenjacke und Stetson herumrennen. Die Leute waren von den Dieselknechten dann auch schnell für den Bluegrass’n’Roll zu begeistern, wobei dem deutschen Liedgut besonders aufmerksam gelauscht wurde. Man kannte so was wohl noch nicht. „Die Wacht am Rhein“ wurde zwar nicht vorgetragen, war aber mit diesem gelungenen Gig quasi sowieso schon übernommen worden.
Im Anschluss legten „Hack Mack Jackson“ routiniert ihr fluffiges Set auf die relativ hohe und gut einsehbare Bühne, so dass beim Publikum keine Fragen offen blieben. Die Verköstigung der Musiker erfolgte im direkt nebenan befindlichen Pommes Frittes Schnellimbiss. Ein echtes Highlight des Abends! Nicht die übliche Pommesklitsche mit 08/15 Mampf, sondern wirklich gut hergerichtete und große Mahlzeiten mit diversen Extras. Der Colonel ist in so manchem Offizierskasino schon weitaus schlechter verköstigt worden.
Ansonsten tat sich dann eigentlich nicht mehr wirklich viel. Smelly und der Reverend hatten sich schon zeitig gen Ö-tackerland verabschiedet, um dort dem Wintersport zu frönen. Der Rest der Truppe war auch nicht wirklich auf einen Überraschungsangriff an der Theke eingestellt, so dass man nicht mehr sehr lange auf der nun stattfindenden Party mit Konservenmusik weilte. Der geordnete Rückzug an die Ruhr verlief ebenfalls reibungslos.
Auf jeden Fall konnte in Bonn klar gestellt werden, dass die Dieselknechte jederzeit für die Überwachungsaufgaben am großen Deutschen Strom bereitstehen. Wurde ja auch Zeit, nach diesem Jahrhunderte währenden Geplänkel mit den Franzmännern.
Yes Sir!

Hochachtungsvoll
Der Colonel

Der Colonel  lässt die Jungs seit dem BonnStomp...

MarschMarsch

...ein gnadenloses Exerzierprogramm absolvieren.

MarschMarschMarsch
Fotos: Maks Bley